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Monatsandacht

Gedanken zum Monatsspruch Dezember

Und Jakob stand in der Nacht auf. Er führte sie durch eine seichte Stelle des Jabbok, sodass hinüberkam, was er hatte. Jakob blieb allein zurück.“ (1. Mose 32, 24f)

21 Jahre liegen hinter ihm. Es waren aufregende und erfolgreiche Jahre, die ihn zu einem reichen Mann werden ließen. Manche sahen in ihm einen Betrüger. Er selbst würde sich eher als ausgefuchst, strategisch klug und als ein Mann mit Weitsicht bezeichnen. Hatte er nicht mit einer List das Erstgeburtsrecht seines Bruders Esau und damit den Löwenanteil am Erbe seines Vater erschlichen und seinen Onkel Laben um einen Großteil dessen Besitzes. Selbst Gott gegenüber stellte er Bedingungen für die Abgabe seines Zehnten: „Wenn Du mir beistehst, dann…“, so können wir es gegen Ende des 28. Kapitels lesen.

Wirklich spannend verfolge ich die Geschichte Jakobs bis zu diesem Jabbokfluss. Dieser Fluss sollte ein Ort sein, an dem sich das Leben des Jakob grundlegend veränderte. Verließ er sich zuvor noch auf sein strategisches Geschick und strotzte vor Selbstbewusstsein, so schlug er nun einen völlig anderen Weg ein. Er ließ los. Zunächst schickte er seine Angestellten mit seiner Herde und seinem Besitz auf die andere Seite des Flusses, dann seine Familie, Frauen und Kinder. Schließlich war er alleine.

War es die Angst vor der Begegnung mit seinem Bruder? War es ein Moment des Ausgebranntseins? Wir wissen es nicht genau. Vermutlich von allem etwas. Interessant ist jedoch, dass die Übersetzung des hebräischen Wortes Jabbok unter anderem „ausleeren, sich entleeren“ bedeutet. Es war der Ort am Jabbokfluss, wo Jakob losließ und ablud. 21 Jahre dauerte es. Jetzt war es soweit. Endlich ist Jakob mutig und vertraut sich ganz und bedingungslos Gott an. Trotz seiner beruflichen und persönlichen Erfolge und vorzeigbaren Referenzen, merkt er, dass dieses Leben nicht erfüllend ist. Das Ziel in Ruhe und in Frieden, ohne Sorgen und ohne Zwänge mit seiner Familie und seinen Freunden leben zu können, fand er nicht. Jetzt, wo er zur Ruhe kommt, wo er alleine ist, spürt er dies alles. Es wird ihm bewusst, dass nur Gott ihm das geben kann. Sehnsüchtig wünscht er sich dessen Nähe und hofft darauf, dass Gott ihn segnen und auf seinen zukünftigen Wegen begleiten wird.

Gott lässt ihn nicht lange warten und der Engel des Herrn stellt sich Jakob in den Weg. Es kommt zu einem Kampf, in dem Jakob schon als Verlierer feststeht, er ihn aber trotz großer Schmerzen nicht loslässt. Unvorstellbar, Jakob stellt eine letzte Bedingung: „Ich lasse Dich nicht los, Du segnest mich denn…“ Eine Bedingung die anders als die vorherigen klingt. Hier geht es nicht mehr um Selbstsucht, um Erfolg und Karriere. Hier geht es um sein Leben und um seine Zukunft – um seine Beziehung zu dem lebendigen Gott. „Ich lasse Dich jetzt nicht gehen! Ich will mein Leben so nicht weiterführen! Ich möchte Deinen Segen, Deine Zusage, dass Du, Gott, bei mir bist und bleibst!“

Wollen Sie das auch? Dann ist jetzt der Moment da. Nehmen Sie sich Zeit, suchen Sie einen ungestörten Ort, einen Jabbok. Beginnen Sie abzuladen: Ihre fesselnden Gedanken, Ihre Sorgen und Nöte, Ihre Zweifel und Ängste. Was es auch ist, Jesus Christus verspricht: „Komm her zu mir, wenn Du mühselig und beladen bist. Ich will Dich erquicken!“. Jesus will Sie segnen und wird Sie, egal auf welchen Wegen Sie sich befinden, begleiten!